news,Konferenz | 25 Mai 2008  

LaDOC Lectures: Interview mit Elfriede Schmitt

Elfriede Schmitt, Organisatorin der LaDOC Lectures im Interview mit choices (Mai 2008)

Um gemeinsam die eigenen Produktionsbedingungen zu verbessern, gründeten 2003 unabhängige Kölner Autorinnen, Regisseurinnen, Cutterinnen und Kamerafrauen, fast alle von der Kunsthochschule für Medien (KHM), das Dokumentarfilm-Frauennetzwerk LaDOC. 2005 startete LaDOC die vierteilige Filmprogrammreihe LaDOC Lectures. Im Abstand von vier bis sechs Wochen werden national und international bekannte Film- und Medienfrauen und ihre Filme im Filmclub 813 vorgestellt. Die Lectures, deren dritte Staffel gerade zu Ende ist, sind das einzige frauenkulturpolitische Filmangebot von und mit Profis atorvastatin 20 mg tablet. Seit 2006 ist die Kulturmanagerin Elfriede Schmitt als Organisatorin dabei.

Frau Schmitt, was für eine Idee steckt hinter LaDOC?
LaDOC entspricht der Form von qualifizierter Vernetzung, die alle möglichen Studien und Regierungserklärungen immer fordern. Da außer dem AV-Gründerzentrum solch ein konkretes Angebot in Köln nicht existierte, waren diese Frauen klug genug, sich selbst eins zu schaffen. Sie verbindet der Dokumentarfilm und die Idee, dass miteinander zu arbeiten sinnvoller ist als gegeneinander. Bei den Lectures geht es darum, einen direkten Einblick in den Berufsalltag einer Branche mit hohem Glamourfaktor zu geben. Die besondere Qualität liegt darin, dass Filmschaffende selbst ihre Gäste präsentieren.

Was heißt das praktisch?
Um professionell Filme zu drehen, muss man die Produktionslandschaft, die Arbeitsweisen von Fernsehsendern und Filmförderungen kennen. Jeder in diesem Geschäft weiß, dass man sich als Konkurrent im Markt bewegt. Deshalb ist es von enormer Wichtigkeit, dass es ein solches Netzwerk gibt, denn unbestritten machen Frauen in der Film- und Medienbranche nach wie vor andere Erfahrungen. Und dann braucht man einen Rahmen, in dem man darüber offen reden kann und wo die Konkurrenz mal draußen bleibt. Anders als LaDOC sind die LaDOC Lectures für jedermann zugäugig. Klar. Es geht nicht um das Geschlecht, sondern die Arbeitsbedingungen und den Berufsalltag in dieser Branche. Und es geht um qualifiziertes Networking, einen gegenseitigen Austausch in informationeller und technischer Hinsicht zu ermöglichen. Der ist für alle notwendig, Männer, Frauen, Nachwuchs und Etablierte. Die Lectures sind zu einer besonderen Plattform geworden, wo die Leidenschaft fürs Filmemachen vermittelt wird und wo man erfährt, wie Filme entstehen, wo die Ideen herkommen, wo aber auch erkennbar wird, welch ein hartes Geschäft diese Branche ist. Das Publikum kann sich wirklich einen realistischen, qualifizierten Einblick verschaffen. Dafür müsste man woanders viel Geld bezahlen, die Lectures bieten das für fünf Euro.

Was bedeuten die Lectures für die Stadt Köln?
LaDOC und die Lectures sind der Gegenbeweis zur ständig zitierten Bewegung von Köln nach Berlin. Sie stehen der Stadt gut zu Gesicht. Sie sind etwas, worum uns andere Städte und Metropolen beneiden. Das hat auch die Politik begriffen. Diese Botschaft ist angekommen, in Düsseldorf eher als in Köln.

INTERVIEW: HARTMUT ERNST


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