lectures | 30 September 2021  

LaDOC-Lecture 2021: Geistfresser

Wir veranstalten die erste LaDOC-Lecture 2021 in Kooperation mit der Duisburger Filmwoche und zeigen am 19.10.21 um 19 Uhr den Film Geistfresser oder die Philosophie der Helga Grün von Bernhard Krieg und Gernot Steinweg (DE 1982 | 42 Min.) im Filmhaus Kino Köln, Maybachstr.111, 50670 Köln
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Im anschließenden Filmgespräch treffen der Filmemacher Gernot Steinweg und die Protagonistin Helga Grün auf Ariana Dongus, Koordinatorin der Forschungsgruppe für Künstliche Intelligenz und Medienphilosophie an der HFG Karlsruhe.

Vor 40 Jahren ziehen die ersten Computer in die Büros und Frau Grün macht sich Gedanken über die Folgen. Ihre Haltung ist interessiert und skeptisch zugleich, sie wägt ab und besteht auf menschlicher Kommunikation. Einen völlig anderen Blick hat Herr Trops, der an der Weiterentwicklung von Teletext arbeitet und über die bald nahende Einführung des Homeoffice referiert, den Datenschutz dabei fest im Blick. „Geistfresser“ ist in mehrfacher Hinsicht ein bemerkenswerter Film. Er widmet sich einem technologischen Umbruch, dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft, insbesondere auf die Art, wie wir arbeiten, zum Zeitpunkt seiner Entstehung nur schwer vorstellbar waren. Für die Visualisierung dieses Innovationsprozesses findet „Geistfresser“ eine eigene filmische Form, die für Fernsehproduktionen damals wie heute außergewöhnlich experimentell ist. Die philosophischen Reflexionen der Büroangestellten Helga Grün über die Computerisierung der Gesellschaft überzeugten schon das Publikum bei der Duisburger Filmwoche 1982. Eine erstaunliche Zeitreise zu den Anfängen unserer aktuellen Arbeitskultur.

Das Film-Fundstück hat die Duisburger Filmwoche nicht nur wegen seiner filmischen Qualität aus dem Archiv des WDR geholt, sondern auch aufgrund seiner inhaltlichen Aktualität.

Still aus dem Film „Geistfresser oder die Philosophie der Helga Grün“

 

So sagt Helga Grün im Film: „Ich glaube, man kann heute schon ganz konkret sagen, dass der Computer den Menschen innerlich verändern wird. Durch den mangelnden Einsatz der Eigeninitiative, der Phantasie, und des menschlichen Geistes – da ja alles vorprogrammiert ist – verändert sich der Mensch in seinem Inneren. Eine Phantasie, die nicht mehr schweift, ein Geist, der nicht mehr arbeitet, legt sich lahm, er schläft ein. Und wenn diese Dinge ausfallen, dann verschwinden ganz urmenschliche Fähigkeiten mit der Zeit, weil sie nicht geübt werden.“

Der Film lief 1982 auf der Duisburger Filmwoche, danach fand eins der legendären Duisburger Filmgespräche statt. Hier könnt ihr euch das Protokoll der Diskussion 1982 herunterladen. Der Film wurde kontrovers aufgenommen. Elfriede Schmitt, von Anfang an bei LaDOC, leitete damals die Diskussion.

 

Programmablauf:

• Impulsvortrag von Ariana Dongus (online)

• Filmvorführung

• kurze Pause

• Filmgespräch mit Gernot Steinweg, Helga Grün, Ariana Dongus und Diskussion

Es moderieren Anja Dreschke, Mitglied der Auswahlkommission der Duisburger Filmwoche, und Monika Pirch, LaDOC-Mitglied.

 

 

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