Lebensmittel, die von den Spenden gekauft wurden. Die Helferinnen vor Ort können wir nicht zeigen.

money,politics | 15 Februar 2022  

Save Lives – Women are in Danger

Anlässlich der dramatischen Lage in Afghanistan hatten wir zusammen mit dem IFFF Anfang Dezember die Dokumentarfilmerinnen Sahra Mani (A THOUSAND GIRLS LIKE ME), Rokhsareh Ghaem Maghami (SONITA) und Sahraa Karimi zur Veranstaltung Afghanistan – Women’s Voices ins Kölner Filmhaus eingeladen.

Die Berichte unserer Gäste über die Situation von Frauen in Afghanistan haben uns sehr bewegt. Sahra Mani und ihre Kolleginnen haben uns während der Veranstaltung eindringlich um Hilfe gebeten.

English version here

Über das LaDOC Netzwerk konnten wir fünf Frauen schnell und unkompliziert helfen. Wir haben die Möglichkeit, weiteren Frauen aus Afghanistan sehr direkt zu helfen, wenn wir es schaffen, weitere Spenden aufzutreiben. Viele der Frauen sind Aktivistinnen und Künstlerinnen, die sich versteckt halten müssen. Neben der Angst von den Taliban aufgespürt zu werden, sind sie und ihre Familien akut von Hunger und Kälte bedroht.

Namen und Lebensumstände der Frauen können wir aus Gründen der Sicherheit nicht nennen. Wir bitten euch hierfür um Verständnis und um euer Vertrauen. Die Weiterleitung der Spenden organisieren Mitglieder des LaDOC-Netzwerks.

Wer uns unterstützen möchte:
Da LaDOC selbst kein eingetragener Verein ist, kooperieren wir für diesen Spendenaufruf mit dem Verein KIOSK Arts Exchange e.V. (Mehr Infos zu KIOSK siehe weiter unten.)

Das Spendenkonto:

KIOSK Arts Exchange e.V.

IBAN DE30 3806 0186 4909 6430 29

Volksbank Köln Bonn eG

Betreff: Spendenaktion Women’s Voices

 

Ab 2021 gilt für eine Summe bis zu 300,- € der Überweisungsbeleg als rechtsverbindlicher Spenden-Nachweis. Wer spendet und von uns auf dem Laufenden gehalten werden möchte, schreibt uns bitte eine E-Mail.
Wer eine Spendenquittung für einen Betrag über 300 Euro braucht, schreibe uns bitte eine E-Mail mit folgenden Angaben: Höhe und Datum der Überweisung, Name und Anschrift.

Da es jetzt schnell gehen muss, um weitere Frauen in einer äußerst gefährlichen Lage zu unterstützen, hoffen wir auf eure Solidarität.

Update am 9.2.2022:

Wir konnten bisher 19 Familien helfen. Familien, in denen allein die Frauen für den Lebensunterhalt aufkommen müssen.

Die Lage in Afghanistan ist katastrophal. Es fehlt an grundlegenden Dingen des Überlebens: Essen und Heizmaterial. Besonders Frauen und Kinder leiden unter den Bedingungen. Wir sind kontinuierlich dabei, das Geld an möglichst viele verschiedene Frauen weiterzuleiten, die es wieder mit anderen Frauen teilen, die in einer ähnlich aussichtslosen Lage sind wie sie selbst. Wir haben großen Respekt für den Mut und die Solidarität dieser Frauen.

Das Geld kommt an und es hilft genau dort, wo es am nötigsten gebraucht wird.

Wir danken Euch und Ihnen im Namen der Frauen, zu denen wir Kontakt aufbauen konnten und deren Situation wir nun besser verstehen. Viele haben ihre Arbeit verloren und erhalten schon seit Monaten kein Gehalt mehr, obwohl sie für ihre Kinder und ältere Angehörige sorgen müssen.

Zu Hunger und Kälte kommt nun die gezielte Bedrohung durch die Taliban, die in den letzten Wochen stark zugenommen hat. Offenbar werden Frauen, die für ihre Rechte protestieren, systematisch aufgespürt und verschleppt. Im Februar schrieb uns eine Kollegin aus ihrem Exil in Europa folgende Nachricht:

Die Taliban haben heute eine weitere Frau zu Hause gefunden und verhaftet. Es gibt sechs weitere junge Frauen, die in den letzten zwei Wochen verhaftet wurden. Niemand weiß, wo sie sind. Einige von ihnen waren noch keine 20 Jahre alt. Vielleicht haben sie sie vergewaltigt und getötet? Ich weiß nicht, was wir tun können, um die Frauen zu retten und die verhafteten Frauen frei zu bekommen?! Wir können ihnen helfen, sich zu ernähren, aber wie können wir ihnen helfen, nicht getötet zu werden?

Eine der betroffenen Frauen, die sich zur Zeit versteckt hält, schrieb uns:

Ich wünsche keiner Frau auf dieser Welt, dass sie jemals das erleben muss, was uns gerade passiert.

Unsere Spendenaktion läuft weiter, um möglichst vielen Frauen in ihrer verzweifelten Lage ganz unmittelbar ein wenig weiterhelfen zu können. 

Update am 25.12.21:

Eine Frau schrieb, dass sie das Geld mit fast vier weiteren Familie teilen kann und wird. Sie hat Essen und Heizkohle gekauft. Das Geld hat seine Bestimmung erreicht. Sie dankt uns allen von ganzem Herzen.

Eine Frau schrieb uns über ein Translater-Programm folgende Nachricht:

My family and I are in a really difficult situation, thank you for helping us in these difficult days,  may God protect you and wish you a happy new year. Thank you dear ones, may God protect you, I thank all those who were kind and helped.

Eine andere Frau schrieb:

Thank you very much for your kindness. I really do not know in which language to thank you. This help of yours is really valuable to us, you save people’s lives from death. Really I’m crying when see ur helps to several families, they didn’t have any money to just buy bread.
There are many people who used to have a ordinary life and salary. We did not receive our salary for about 6 months.
Many thanks as all you dears. I hope our country becomes secure I hope that my country will be calm and self-sufficient so that we do not bother the friendly countries.
Zu KIOSK Arts Exchange e.V. (Die Website befindet sich gerade erst im Aufbau.):

Alles begann mit einem Kunst-Projekt im Jahr 2010. Mit einer Webcam über der Eingangstür vernetzten die Künstlerin Petra Johnson und die Übersetzerin Sabine Müller zwei Kioske und deren Kund:innen miteinander. Der eine Kiosk stand in Köln-Ehrenfeld und der andere in Shanghai. Das war lange bevor Menschen und Kontinente durch die Pandemie digital zusammenrückten. Seit 2019 wird KIOSK Arts Exchange e.V. von Elfriede Schmitt, Christiane Büchner, Mirjam Leuze und Ursula Schmidt-Laukamp und anderen Menschen weitergeführt, um das Konzept weiterzuentwickeln.

Anstelle von Metropolen möchten wir die Idee, Stadtviertel – auf Kölsch Veedel – direkt miteinander in Austausch zu bringen, weiter verfolgen. Dabei sehen wir die Etymologie des Wortes Kiosk – das aus dem Persischen über das Türkische, Italienische und Französische in den deutschen Sprachgebrauch gelangte – als Leitmotiv für unser Verständnis von Kunst und Kultur:

Grenzen überschreitend und fluide, mit der Leichtigkeit einer Geste, wollen wir interdisziplinäre Kunst- und Kulturprojekte in den öffentlichen Raum bringen. Unter freiem Himmel, genauso wie in Wohnzimmern. In Gärten und in Kinosälen. In Städten und auf dem Dorf. In Köln, Karaganda und Kathmandu. In Deutschland und darüberhinaus. Wir möchten inspirieren, Verbindungen schaffen, Diskurse anstoßen und damit Kunst- und Kulturschaffenden und Aktivist:innen im weitesten Sinne einen Raum bieten, aus ihrer gewachsenen Umgebung heraus mit anderen konkreten Orten auf der Welt in Verbindung zu treten.

Save Lives – Women are in Danger

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4 Responses

  1. […] Stand With Women In Afhganistan […]

  2. christa pohl sagt:

    Eine wichtige und auch noch spannende Initiative mit viel Erfindungsgeist !!! Toll !

  3. […] Seitdem sammeln wir in engem Kontakt mit Sahra Mani Geld, um die Hungersnot zu lindern. Sahra hat persönliche Kontakte ins Land, so dass einzelne Personen das Geld unkompliziert erhalten und Großeinkäufe organisieren, die sie dann verteilen. […]

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