Köln im Film zeigt im Filmhaus Kino Köln am 27.1.2022 um 19:00 den Film PERESTROIKA – UMBAU EINER WOHNUNG (2008, 84 Min.) von LaDOC-Mitglied Christiane Büchner.
Zum anschließenden Filmgespräch ist die Regisseurin anwesend.
Angesichts von seit Jahren steigenden Mieten, dem wachsenden Mangel an bezahlbaren Wohnungen, von Leerstand in den Innenstädten und gleichzeitiger Verdichtung, stehen Kommunen vor komplexen Herausforderungen.
In der vierteiligen Filmreihe „Stadt – Wohn – Raum“ widmet sich Köln im Film einigen dieser spannenden Aspekte von Stadtleben.
Ort: Filmhaus Kino Köln
Tickets: hier
PERESTROIKA – UMBAU EINER WOHNUNG, 2008, 84 Min.
Stellen Sie sich vor, Sie müssten mit Ihrer Familie in einem einzigen Zimmer wohnen und sich Küche, Bad und Telefon mit bis zu zwei Dutzend weiteren Personen teilen. In St. Petersburg ist das nicht ungewöhnlich, sondern ein Relikt aus den Zeiten der sowjetischen Normzuteilung. Ungeübt im Umgang mit Besitz, aber trainiert im Ergattern von staatlichen Zuteilungen, setzt das Ausloten eines angemessenen Marktwertes für jedes Zimmer dieser Wohnung eine Dynamik in Gang, die das Verhältnis aller Beteiligten noch ein letztes Mal auf die Probe stellt.
Nun geht es nicht mehr darum, wer wie lange morgens das Bad blockiert oder die Küche mit besonders strengen Essensdüften verpestet. Jetzt, da sich ihre Wege unwiderruflich trennen, will jeder und jede das Optimale für sich herausholen und scheut dabei vor nichts zurück. Denn entweder es ziehen alle aus, oder der Deal platzt!
Diese Suche nach immer neuen Lösungsansätzen entwirrt der Film, indem er jedem Erzählstrang geduldig nachgeht. Weil sich PERESTROIKA auf die Details des existenziellen Kampfs seiner Protagonist:innen um ein neues Zuhause einlässt, entwirft er ein Bild davon, wie sich freie Marktwirtschaft im postsowjetischen Russland anfühlt.
Buch / Regie: Christiane Büchner
Kamera: Irina Uralskya
Montage: Gesa Marten (Editimotion (ehemals Film+) Preis 2009 für die beste Montage)
Dramaturgie: Herbert Schwarze
Redaktion: Jutta Krug (WDR) und Beate Schönfeldt (MDR)
Produzent: Tobias Büchner
Gefördert von: Film- und Medienstiftung NRW, BKM, Gerd Ruge Projekstipendium
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